Vom Tuten und Blasen Kapitel 5. japanisches Abenteuer
Vom ganzen Trubel um nackte Tatsachen bekam Walter nicht viel mit und das was er hörte reichte schon. Am Ende kann Frau Kranfeld den Medien noch dankbar sein. Zur Ablenkung legte er einen ausgeliehenen Film in den Player. In dem Streifen ging es um den Weltuntergang, verursacht durch das Ende eines uralten Kalenders. So ein Rotz! Aber wenn 2012 tatsächlich die Microsoft-Aktie nichts mehr wert ist, sollte man die Zeit bis dahin nicht gut ausnutzen? Sind ja nur noch zwei Jahre. In diesem Moment wurde Walter nachdenklich, so sehr das er nicht mehr mitbekam wie sein Japaner um die einzige Mahlzeit am Tag bettelte. Was hatte er schon erreicht, was wollte er noch erreichen. Nach der Trennung allein lebend standen ihm doch sicherlich ein paar Türen offen. Die kreischende Haustürklingel machte ihn wieder fit für die Gegenwart. Irgendeine neue Person stand vor der Tür, soviel war klar. Alle anderen Verwandten Bekannten, Freunde und Frauen die er gerne vögeln würde mieden ihn, vielleicht zu Unrecht. Er öffnete die Hautür und glotzte wie überraschtes Obst. Denzel Washington. Er war es natürlich nicht aber vom Aussehen, der Größe und dem Rest was ein Mann ausmacht hätte er es zu Recht sein können. „Hallo, ich bin neben ihnen eingezogen. Mein Name ist Dad Ferres.“ Kurzes schlucken, Gedanken sammeln. „Wow! Sind sie Schauspieler?“ – „Nein. Ich habe hier beim Uhrmacher einen Job angenommen.“ Beide schüttelten sich die Hände. „Haben Sie Lust heut Abend auf ein Bier vorbeizukommen. Wir könnten uns näher kennen lernen.“ Bei dem Satz fiel Walter auf das er noch nie einen schwarzen nackt gesehen hatte. Er nickte und schloss die Tür. Was wäre wenn er mit dem Neger heut Nacht im Vollrausch zusammen duschen würde. Immerhin suchte er nach einem Abenteuer. Vielleicht war ja Ferrel oder Fedex so eine Art Zeichen. Ein Zeichen von Gott, dass Walter die Situation beim Schwanz packen sollte. Er nahm aus dem Kühlschrank ein volles Gurkenglas, lies es auf den Boden kaputt brechen und sagte zum Japaner, „und nach dem essen sauber machen.“ Er selbst nahm seine letzten Scheine und ging zum nächsten Getränkehändler. Sechs Flaschen realitätsfreies Bier, 2 Jimis und ein bleifreien Wodka zum endlos kotzen. 79 Euro. „Treibstoff ist teuer“, grinste eine Frau mit Mundgeruch und Pferdeschwanz. Sie muss es ja wissen. Rucksack voll, Portmonee leer. Das ungleichmäßige Verhältnis war ihm bestens bekannt Ein paar Minuten später klingelte er bei Fedex. War zwar erst später Nachmittag aber fröhliche Feste feiert man früh. Dad öffnete die Tür und lies ihn eintreten. Walter setze sich auf ein Karton der beschriftet war mit VORSICHT GLAS. Zwei Stunden später sahen die beiden gut angefüllt aus und nach jedem Pups lachten sie sich eins weg. Einen Moment später beruhigte sich Walter, guckte Dad ernsthaft ins Gesicht und sprach so gut er noch konnte. „Ich habe viel Schlimmes erlebt. Habe alle Fälle von Niedrich & Kuhn gesehen und war live dabei als sich meine Frau von mir trennte. Trotzdem bin ich bereit für ein Abenteuer.“ Voller Mitleid legte Dad sein Arm auf seine Schulter. „Es tut mir Leid für dich aber ich glaub da hab ich was.“ Er kramte aus einem neben stehenden Koffer ein Laptop. „Hier ist ein falsch installiertes japanisches Windows Vista drauf.“ Der Rechner fuhr hoch und Sekunden später meldete sich die erste Nachricht. Sie sah aus wie ein Haufen Kirchkerne die man am Eimer vorbei gespuckt hatte. Beide kicherten. In den nächsten Stunden jagte ein Lacher den nächsten bis sich beide kurz nach Mitternacht mit Bauchschmerzen verabschiedeten.
