Vom Tuten und Blasen Kapitel 4. „Wir haben ein Fluchtversuch!“

KANDIDATEN KENNT KEINER. So ein Spruch klebte ein Rechts Linksverdreher spät in der Nacht geben halb sechs in der früh an die Hauswand von Frau Scheilder. Bestimmt so ein „Kombat Sechzehn“ Fan dem es wichtig ist, seine nicht vorhandene Intelligenz auch allen anderen zu beweisen. Auch in der Reiterdorfstrasse war der Winter eingekehrt, mit allen was dazu gehört. Heike hatte ihre ganz eigene Vorstellung und Bedeutung vom Winter. Frau Holle hatte jeden Winter eine Praktikantin die mit Sorgfalt und guter Vorsicht die Betten ausschüttelt. Der Schnee fällt auf die Erde und sortiert sich früher oder später auf mehrere Haufen sodass Autos und Fußgänger sicher den Alltag bestehen können. Wenn jedoch mehr Schnee fällt, sammeln große Maschinen mit gelben Blinklichtern den Schnee ein und verarbeiten ihn in den Fabriken zu Schlagsahne und Zucker. Klar dass Heike Scheilder auch an die mächtigen Drei glaubte. Langnese, Schöller und Dr. Oetker. Jemand der die Sache mit dem Winter besser erklären konnte war Detlef Koch. Er wohnte auf der anderen Straßenseite gegenüber von Frau Scheilder und arbeitete für die Stadt. Detlef war dafür verantwortlich das der Winter nur eine Jahreszeit war und nicht etwa eine Brutstädte für Chaos, Verletzte und Tote. Mit seinen 30 Jahren sah er nicht jünger oder älter aus aber er fühlte sich jünger, mindestens fünf Jahre jünger. Ein paar Haare auf dem Kopf, ebenfalls ein eigenes Haus aber nicht rosa und eine Cannabispflanze im Schrank – fertig ist Herr Koch. Ein ganz netter bodenständiger Zeitgenosse. Was aber die Person überhaupt nennenswert in dieser Geschichte macht, ist die Tatsache, dass er wusste wie hart Frau Kranfeld wirklich arbeitet. Vor knapp einem halben Jahr hatten er und Sandra ein Verhältnis gehabt. Detlef kam aber mit dem Gedanken nicht klar dass seine Freundin von anderen Männern geknallt wurde, auch wenn es ihr Job war. Alles begann und endete im geheimen und sie schworen sich darüber nie zu reden. Bis heute. In zwei Minuten bekommt Herr Koch die neueste Ausgabe der Zeitschrift „Am Staudamm“. In diesem Magazin wird eine geheime Person namens Berlusconi die Wahrheit über Frau Kranfeld erzählen. Eine Wahrheit die mit vielen nachten Tatsachen und Bildern unterstützt wird. Ebenfalls im Artikel aufgelistet sind ihre besten Filme und wo sie zu bestellen sind. Knüppeldick wird es auch für Herr Koch kommen. Als „zugedröhnter Winterdiensthainie“ wird er im Artikel beschrieben. Definitiv kein schöner Tag um vor die Tür zu gehen. Nicht einmal eine Klositzung später parkten die ersten Pressefahrzeuge mit ihren riesigen Satelliten vor dem Haus der Pornodarstellerin. Wer zu dumm zum lesen war bekam es jetzt durch die regionalen Medien mit. Nachrichten wie „Nicht nur der Staudamm ist feucht“ oder „Frau Sandra K. kommt grad“ überschlugen sich und als wäre das nicht genug bog langsam ein schwarzer Geländewagen mit getonten Scheiben in die Reiterdorfstrasse und blieb vor dem Haus des Herrn Koch stehen. Es gibt Menschen die können sich noch so unauffällig kleiden und sind doch kaum zu übersehen. Dazu gehören Fahrkartenkontrolleure, Gerichtsvollzieher und die zwei dicken Man in Black die sich grad an der Haustürklingel vom Herrn Koch zu schaffen machten. Es ist ja auch wirklich schwer ein paar Minuten zu warten ob jemand auf macht oder nicht. In diesem Fall blieb dir Tür dennoch verschlossen. Die zwei dicken rollen grad wieder ab als plötzlich eine Katze schreit, Glas zerspringt, Holz bricht und ein Sack Reis in China umfällt. Schnell und sicher zuckt der eine sein Funkgerät. „Wir haben hier ein Fluchtversuch!“   

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